Bevor wir uns auf die Suche nach dem Glück machen können, müssen wir die Fallen des Unglücks aufspüren. Der Philosoph Paul Watzlawick gibt uns in seinem Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ entscheidende Hinweise. Vielleicht besteht ein guter Teil unseres Glücks darin, Unglücksfallen zu vermeiden.
Dauerhaft unglücklich macht sich nach Watzlawick, wer seinen Prinzipien treu bleibt, koste es, was es wolle. Keinen Standpunkt aufgeben, Haltungen unter keinen Umständen verändern, Werte niemals überdenken. Auf diese Weise zementiert man sich in seinem Unglück ein. Wenn ich jemandem wünsche, „Bleib wie du bist!“, wünsche ich ihm nicht unbedingt das Beste. Glücklich werden kann erst, wer sich für Veränderungen öffnet, in sich und in seiner Umgebung.
Die Vergangenheit zu verklären macht definitiv unglücklich. „Früher war alles besser.“ Diese Ansicht gehört zu den großen Täuschungen, denen man im Älterwerden aufsitzt. Glück findet, wer ihm in der Gegenwart begegnen will.
Glück empfinden jene, die mit dem zufrieden sein können, was sie haben, und besonders mit denen, die sie an ihrer Seite haben.
Beschäftige dich ständig damit, was wohl andere über dich denken, und die Unglücksfalle hat zugeschnappt. Unsere Fantasie redet uns ein, dass sich Nachbarn ununterbrochen nur mit unseren Problemen beschäftigen. Meine Erfahrung als Seelsorger sagt mir, dass sie vielmehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind. Du hast Glück, denn deine Schwierigkeiten, deine Probleme und dein Unglück haben sie morgen schon wieder vergessen.
Du meinst, erst dann wirklich glücklich zu sein, wenn du am Ziel deiner Wünsche angekommen bist. Was für ein Irrtum! Kaum hast du dir deinen sehnlichsten Wunsch erfüllt, kommt schon die Katerstimmung. Kaufen macht glücklich, sagt uns die Werbung. Kaufen und immer wieder kaufen macht süchtig, zeigt uns die Realität. Glück empfinden jene, die mit dem zufrieden sein können, was sie haben, und besonders mit denen, die sie an ihrer Seite haben.
Besonders unglücklich macht der von allen Seiten kommende Druck, immer glücklich sein zu müssen. „Sei glücklich!“, lautet die unausgesprochene Forderung der Spaßgesellschaft. Verordnetes Glücklich-sein-müssen kippt ganz leicht ins Unglücklich-sein. Glück ist nicht machbar, kann nicht angeschafft werden, kann keinem eingeredet werden. Darum vergiss, dass du glücklich sein musst, und deine Chancen steigen, dass du es auf deine Weise wirst.

